Das Bundesamt für Statistik (BFS) publizierte im März 2012 Resultate zur Erhebung über die Einkommen und die Lebensbedingungen in der Schweiz im Jahr 2010. Danach sind - je nach Berechnungsmethode (OECD oder Europäische Union) - 8 bis 14 Prozent der Schweizer Bevölkerung von finanzieller Armut bedroht. Aufgrund des Wechsels der Datenbasis sowie konzeptioneller Anpassungen ist die neue Erhebung nicht mehr mit den bisherigen Armutsquoten des BFS vergleichbar.
Bei einer Gesamtbevölkerung in den Privathaushalten von 7,5 Millionen (ESPOP 2009) sind demnach rund 1,1 Millionen Personen oder jede/r Siebte von Armut bedroht.
7,8 Prozent der Bevölkerung oder rund 586'000 Personen sind von starker materieller Entbehrung betroffen. Sie sind gemäss der Definition des BFS arm.
Armut bedeutet Unterversorgung in wichtigen Lebensbereichen (materiell, kulturell und sozial), so dass die betroffenen Personen nicht den minimalen Lebensstandard erreichen, welcher im Land, in dem sie leben, als annehmbar empfunden wird. In der Regel wird die Armut finanziell definiert, wobei üblicherweise zwei Ansätze angewendet werden: der absolute und der relative Ansatz.
Die Armutsquote basiert auf einer "absoluten" Schwelle: Hierbei gelten Personen als arm, denen nicht die Mittel zur Verfügung stehen, um die für ein integriertes Sozialleben notwendigen Waren und Dienstleistungen zu erwerben. Dieser Definitionsansatz bezieht sich somit auf das soziale Existenzminimum.
Lebensmittelverluste in der Schweiz
Wer arm ist, muss in seiner Ernährung oft mit starken Einschränkungen leben, was unter anderem auch einen negativen Einfluss auf die Gesundheit hat. Lebensmittel sind aber genügend vorhanden: 36 Kilogramm Nahrungsmittel werden pro Einwohner pro Jahr weggeworfen. Dies ergibt hochgerechnet 250'000 Tonnen jedes Jahr. Davon sind 25'000 Tonnen immer noch für den Konsum geeignet.