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Sozialbericht zeigt: Armut nimmt weiter zu, jede 12. Person in der Schweiz ist arm

In der Schweiz nehmen Langzeitarbeitslosigkeit und Armut zu. Das zeigt der Sozialbericht des Bundesamtes für Statistik 2019, der alle vier Jahre erscheint.

In der Schweiz waren im Jahr 2017 8,2% der ständigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten von Einkommensarmut betroffen. Dies entspricht rund 675‘000 Personen. Im Jahr zuvor, 2016 waren es noch 615'000 Personen beziehungsweise 7,5 Prozent der Wohnbevölkerung.

Entwicklung Armutsquote in der Schweiz (Grafik).

Die Zahl der Langzeiterwerbslosigkeit und auch die Zahl der Ein-Eltern-Haushalte stieg ebenfalls an. Parallel zur Zunahme der Bevölkerung ab 65 Jahren haben sich auch die Sozialausgaben für Alter und Krankheit erhöht.

Caritas fordert angesichts dieser alarmierenden Entwicklung von Bund, Kantonen und Gemeinden entschlossenes Handeln und eine wirksame Armutspolitik. Die Hilfsorganisation betont in ihrem Mediencommunqiué: «Trotz guter wirtschaftlicher Konjunktur steigt die Zahl der Armutsbetroffenen in der Schweiz seit 2014 konstant an. Die Zahl der von Armut Betroffenen ist in einem Jahr von 615 000 auf rund 670 000 hochgeschnellt. Diese Entwicklung steht in scharfem Kontrast zur Zielsetzung einer Halbierung der Armut in den kommenden zehn Jahren, zu welcher sich die Schweiz mit der Unterzeichnung der globalen Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verpflichtet hat. Zum zweiten Mal hat das BFS dieses Jahr zudem Daten zur Armutsdauer ausgewertet. Die Analyse zeigt: Viel mehr Menschen als angenommen machen hierzulande Erfahrungen mit Armut. 12,8 Prozent waren in der Schweiz in den vergangenen vier Jahren mindestens ein Jahr lang arm.»

Überdurchschnittlich oft arm sind Alleinerziehende, Personen ohne nachobligatorische Bildung und allein Lebende. Mangelnde Bildung, Verlust der Arbeitsstelle, kleine oder mehrere Kinder in einer Familie sowie Trennung und Scheidung sind die grössten Armutsrisiken in der Schweiz. 

Medienmitteilung Bundesamt für Statistik

Der gesamte Sozialbericht

Medienmitteilung Caritas

Bericht Radio SRF