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Eine studie zeigt: Kürzungen der Sozialhilfe gefährden die Existenzsicherung

Der Grundbedarf in der Sozialhilfe ist schon heute sehr knapp bemessen. Dies zeigt eine von der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) in Auftrag gegebene wissenschaftliche Analyse, die heute Dienstag, 8. Januar 2019, an einer Medienkonferenz vorgestellt wurde. Bei weiteren kürzungen würde die Existenzsicherung gefährdet - und damit die Chance auf eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt verschlechtert.

In mehreren Kantonen fordern politische Vorstösse die Kürzung der Sozialhilfe. Die SKOS, die als Fachverband für Sozialhilfe die Richtlinien in Zusammenarbeit mit den Kantonen erarbeitet, hat in einer Studie die Konsequenzen einer Absenkung des Grundbedarfs untersuchen lassen. Die vorliegende Studie des Büro BASS «Berechnung und Beurteilung des Grundbedarfs in den SKOS-Richtlinien» zeigt erstmals auf, welche Auswirkungen weitere Kürzungen in der Sozialhilfe haben.

Die Studie kommt zum Schluss, dass der aktuell geltende Grundbedarf nur knapp ausreicht, um eine menschenwürdige Existenz zu sichern. Der Grundbedarf in der Sozialhilfe liegt schon heute deutlich tiefer als der Grundbedarf bei den Ergänzungsleistungen. «Bei einer Kürzung des heutigen Grundbedarfs um 8 Prozent stehen in einer vierköpfigen Familie pro Tag und Person noch 7 Franken für Lebensmittel und Genussmittel zur Verfügung, bei einer Kürzung um 30 Prozent sogar nur noch 5 Franken», hält Felix Wolffers, Co-Präsident der SKOS fest und ergänzt: «Davon kann man sich nicht mehr ausreichend und gesund ernähren. Weitere Kürzungen sind deshalb nicht begründbar und verantwortungslos.»

Caritas schlägt Alarm

Die Caritas schlägt Alarm: Die Kantone müssen von weiteren willkürlichen Sparrunden auf Kosten der Armutsbetroffenen absehen. Die Caritas fordert die Sozialdirektorenkonferenz (SODK) dazu auf, die Sozialhilfe zu erhöhen und vermehrt in die Begleitung und Bildung von Sozialhilfebeziehenden zu investieren. 

Quellen:

Medienmitteilung SKOS

Medienmitteilung Caritas

Grafiksche Darstellung des Grundbedarfes in der Sozialhilfe von Tagesanzeiger online

«Bei einer Kürzung des heutigen Grundbedarfs um 8 Prozent stehen in einer vierköpfigen Familie pro Tag und Person noch 7 Franken für Lebensmittel und Genussmittel zur Verfügung, bei einer Kürzung um 30 Prozent sogar nur noch 5 Franken», hält Felix Wolffers, Co-Präsident der SKOS fest. (Foto: Archiv Schweizer Tafel)