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«Am beliebtesten sind Traditionsprodukte»

Pascale Bruschacher

Die Schokoladenseite der Überproduktion

Immer wieder fährt der Chocolat Frey Camion bei der Schweizer Tafel in Dietikon ZH vor, beladen mit Schoggistängeli, Schokoladentafeln und anderen Verführungen. Die süssen Spenden machen viele glücklich.


Ein süsslicher Duft liegt in der Luft, es riecht nach geschmolzener Schokolade. Wir sind in Buchs AG, beim Besucherzentrum von Chocolat Frey. Hier, am Hauptsitz des Schokoladeherstellers, werden täglich unzählige Branchlis, Schokoladentafeln, Truffes oder Risolettos hergestellt. Und stets werden neue Kombinationen und Zusammensetzungen entwickelt. Chocolat Frey wurde 1887 von den Gebrüdern Frey gegründet, vor 65 Jahren übernahm die Migros die Firma. Heute ist sie Hauptabnehmerin von Frey. «Aber lange nicht die einzige», wie Pascale Buschacher, Leiterin Unternehmenskommunikation, betont. «Ein Drittel unserer Ware wird exportiert. Wir beliefern alle fünf Kontinente und in über 111 Länder.»

Gratis Lieferungen zur Schweizer Tafel
Um Überproduktionen möglichst zu vermeiden, arbeitet Chocolat Frey nur auf Bestellung. «Wird trotzdem zu viel produziert, unterstützen wir Organisationen wie die Schweizer Tafel sehr gerne», so Pascale Buschacher. «Es ist gut, dass es die Schweizer Tafel gibt. Und es macht uns glücklich, wenn wir einen kleinen Beitrag zu ihrer Arbeit für bedürftige Menschen in der Schweiz beitragen können.» Freuen tun sich auch die Abnehmer der Schweizer Tafel. Schokoladentafeln, Risolettos oder Party Kiss – Chocolat Frey liefert alle Produkte gratis zur Schweizer Tafel Zürich in Dietikon. Christian Illi, Regionenleiter Zürich und Aargau: «Zwar ist Schokolade nicht das gesündeste Lebensmittel, aber mit Abstand das Beliebteste bei unseren Abnehmern.»

11,7 Kilo Schokolade pro Person
Dass Schokolade beliebt ist, zeigt auch ein Blick auf die Statistik. 11,7 Kilogramm der süssen Verführung werden in der Schweiz pro Einwohner geschlemmt (Quelle: http://de.statista.com/). Die Schweiz hat den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch in Europa. Nur: Gesund ist Schokolade nicht wirklich, ausser man beschränkt sich auf schwarze Schokolade.

Doch gerade in diese Richtung geht der Trend. Pascale Buschacher: «Die neusten Trends in der Schokoladenforschung sind Gluten- und Laktosefreie Schokolade sowie Dark Chocolate 72 %, also Schokolade, die einen sehr hohen Kakaoanteil hat. Bis heute sind aber nach wie vor Traditionsprodukte wie Giandor, Branche und Milch extra am beliebtesten.» Vielleicht auch, weil wir damit positive Erlebnisse verbinden. Ein Stück Giandor erinnert an die Sonntagnachmittage bei der Grossmutter, ein Branchli versetzt einen an den Zvieri-Tisch als Kind? Wenn sie vielleicht auch nicht gesund ist, so macht Schokolade doch sicher glücklich.