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«Für die Schweizer Tafel wollen wir uns längerfristig engagieren»

Otto Löffler

«Wir sind sehr privilegiert»

Seit acht Jahren unterstützt Marti Logistik die Schweizer Tafel bei Transporten von grossen Mengen Lebensmittel. Für Geschäftsleiter Otto Löffler eine Selbstverständlichkeit. Ein Gespräch über gute Leute im Team und warum es wichtig ist, sich zu engagieren.

Herr Löffler, wie lange arbeiten Sie schon für Marti Logistik?
Otto Löffler: Marti Logistik gehört seit 15 Jahren zur Planzer Gruppe. Vorher arbeitete ich bei Planzer Transport in Dietikon und Bern und kam für die Übernahme am 1.1.2001 ins Berner Seeland nach Kallnach. Alle Firmen, die zur Gruppe Planzer gehören, sind selbstständig und gut miteinander vernetzt.

Und wer arbeitet bei Ihnen?
Heute sind wir 120 Mitarbeitende: 60 Chauffeure, 25 Mitarbeiter in der Logistik, weiter haben wir noch die Administration und die Kehrrichtabteilung. In 30 Seeländer Gemeinden sind wir für die Entsorgung der Haushaltsabfälle täglich mit drei Kehrrichtfahrzeugen unterwegs. Zudem bilden wir sieben Lehrlinge aus und haben 19 Vertragsfahrer.

Wie setzt sich Ihr Team zusammen?
Als ich bei Marti begonnen habe, waren es 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Heute sind es wie bereits erwähnt 120. Unser Team ist stetig gewachsen und internationaler geworden. Im Team der Chauffeure und Lagermitarbeiter sind acht Nationen vertreten. In der Disposition und Administration ist nur Berndeutsch sowie die französische Sprache zu hören.

Bei der Schweizer Tafel Region Waadt arbeitete unter anderen Hossein Alipoor. Er kommt ursprünglich aus Afghanistan und war Flüchtling.
Bei uns im Lager arbeitet auch ein Mann aus Afghanistan. Wir haben das nicht gesucht, es ist einfach entstanden. Er ist immer freundlich und offen, er ist da. Und er weiss, um was es geht, denn er hat erfahren, wie es ist, wenn man vieles im Alltag nicht mehr hat und die Heimat verlassen muss. Es freut mich, dass wir ihn in unserem Team haben. Er strahlt eine Zufriedenheit und Freude aus, die bei uns in der Schweiz nicht unbedingt überall spürbar ist. Deshalb habe ich manchmal Mühe mit unzufriedenen Menschen, auch in unserer Firma.

Gehört das nicht dazu?
Unzufriedenheit? Natürlich, Stimmungsschwankungen gehören zum Menschen. Emotionen sollen gelebt und gezeigt werden. Ich selber bin aber überzeugt, dass wir in der Schweiz so viele Privilegien haben, dass für Unzufriedenheit nicht viel Platz sein sollte. Unzufriedene Leute verlangen von ihren Mitmenschen sehr viel Energie, egal welchen Alltag sie miteinander teilen.



Es scheint, dass Sie bei Marti sehr offen sind.

Ja, das ist so. Ich bin sehr frei in der Gestaltung und kann eigene Schwerpunkte setzen. Beispielsweise mit dem Engagement für die Schweizer Tafel, wo wir uns längerfristig engagieren wollen.

Warum engagieren Sie sich?
Die Anfrage – ein Telefonanruf von Daniela Rondelli – kam 2008. Ich habe nicht lange gezögert. Zu Beginn war die Arbeit unentgeltlich und ich musste unseren Disponenten erklären, dass wir uns mit diesen Transporten engagieren wollen für Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns. Heute ist es selbstverständlich. Irgendwann wurden es jedoch immer mehr Paletten – und ich musste auch das Geschäft vertreten. Wir einigten uns auf einen einheitlichen, günstigen Palettenpreis, welcher für alle Destinationen in der Schweiz gleich ist.

Wo investieren Sie?
Wir haben uns vom reinen Stückguttransport zur Spezialisierung bewegt. Wir transportieren etwa Sonderabfälle oder Produkte für die Pharmaindustrie. Auch haben wir zusätzlichen Lagerplatz geschaffen in Kallnach. Zurzeit können wir unseren Kunden 12 000 m2 Lagerfläche anbieten. Und wir sind bestrebt, möglichst wenig Wechsel im Team zu haben.

Wie machen Sie das?
Wir investieren viel in die Ausbildung und bieten Lehrstellen für die dreijährige Ausbildung zum Transportfachmann an. Auch bieten wir die Möglichkeit, bei uns die Prüfung C/E (Lastwagenfahrausweis) zu machen. Auf diese Weise haben wir bereits zehn Fahrer und Fahrerinnen in unserem Team, welche diese zweite Ausbildung gemacht haben. Vor allem bei unseren Chauffeuren finde ich es wichtig, langjährige Mitarbeiter zu haben. Sie sind täglich bei den Kunden und bringen und holen die Ware.

Marti Logistik für die Schweizer Tafel im 2015

  • 245 Paletten holte Marti Logistik an
  • 38 Ladestellen ab und machte
  • 137 Zustellungen.
  • Der durchschnittliche Wegkilometer einer Lieferung betrug 114 km.
  • Total legte Marti Logistik 15 618 km zurück und lieferte
  • 1– 2 Paletten pro Auslieferung zu den sechs Schweizer Tafel Standorten.

 

Das Engagement von Marti Logistik

  • Pro transportierter Palette Stückgut bezahlt die Schweizer Tafel einen fixen Palettenpreis unabhängig von Gewicht, Grösse und Transportdistanz.
  • Marti Logistik gehört seit dem 1.1.2001 zur Planzer Gruppe.
  • Marti besitzt 56 eigene Fahrzeuge, 12 000 m2 Lagerfläche und neu auch einen Kühlraum für Pharmaprodukte. Der Sitz ist in Kallnach (BE).